Tallinn
Zu unserer Ankunft Anfang März begrüßte uns ein verschneites Tallinn. Wir kannten die Stadt bereits aus vorherigen Urlauben im Sommer und Herbst, aber im Winter hat die Stadt nochmal einen ganz anderen Eindruck hinterlassen.

Wir spazierten durch die Stadt und bewunderten die mittelalterlichen Gebäude und Kirchtürme.

Der Russland-Ukraine Krieg dauerte schon 2 Jahre an, und an der russischen Botschaft fanden wir einige Protestschilder.

Paljassaare hoiuala
Tags darauf zog es uns an den Strand. Wir hatten noch nie einen Strand im Winter gesehen. Der Sand war von Schnee bedeckt, und teilweise hatten sich Eiszapfen gebildet.

In Estland bringt es Glück, wenn man mindestens einmal pro Monat im Meer baden geht. Und auch im März bei Schnee und Eis haben wir badende Menschen gesehen, die mit Mütze und Handschuhen in die Ostsee gesprungen sind.

Krank
Dann bin ich krank geworden, vermutlich eine Magenverstimmung.
Krank, Tag 2
Das hat zwei Tage gedauert zu kurieren. Daher schreibe ich nun hier etwas über die Digitalisierung in Estland.
Estland ist Deutschland technologisch weit voraus. Am Supermarktparkplatz wird das Kennzeichen vom Auto gescannt und damit das Ticket automatisch abgebucht. Digitale Klassenbücher gibt es seit den 2000ern. Der einzige behördliche Vorgang, für den man noch das Haus verlassen muss, ist die standesamtliche Hochzeit – alles andere geht online. Der große Vorteil: Behörden können sich ihre Daten gegenseitig austauschen (mit Genehmigung natürlich). Eine Steuererklärung ist also nur noch ein Klick auf “Ja, ich stimme dem Datenaustausch zu”. Selbst die Wahlen finden online statt.
Der öffentliche Nahverkehr ist für die Bewohner Tallinns kostenfrei, als Tourist kauft man sich eine Chipkarte mit Guthaben um die Fahrten zu bezahlen.
Kadriorg Palast
Als es mir wieder besser ging, beschlossen wir eine VR-Vergnügungspark zu besuchen. In einer großen Halle gab es hier viele tolle Attraktionen im Steam-Punk Design. Und natürlich auch Stationen für die VR Brille.
Anschließend spazierten wir durch das moderne Tallinn und besuchten den Kadriorg Palast.

Helsinki
Den nächsten Tag verbrachten wir zunächst auf der Fähre. 2 Stunden später befanden wir uns nicht mehr in Estland, sondern in Finnland.
Hier hatte ein Urururgroßvater mal eine gute Freundschaft zu einem berühmten finnischen Komponisten, und so besuchten wir dessen Denkmal.

Wir schlenderten durch Helsinki und seine brutalistischen Gebäude. In Helsinki trifft immer wieder Modernes auf Altes.

Vor allem ist die Stadt aber voll mit gigantischen Bauwerken. Hier sieht man zum Beispiel die Universitätsbibliothek.

Gegen Ende mussten wir uns beeilen, um unsere Fähre noch zu bekommen. Mit den letzten Resten an Akku nahmen wir noch ein Foto vom Dom mit.

Fahrt nach Kärde
Am nächsten Morgen namen wir Abschied von Tallinn und fuhren mit dem Mietauto nach Kärde. Das ist eine winzige Ortschaft mitten in Estland, von der aus wir die estnische Natur genießen wollten. Wir entschieden uns bewusst gegen die großen Nationalparks, da wir die bereits kannten.
Winterwanderung
Tags darauf setzten wir den Plan in die Tat um und wanderten durch das nahegelegene Moor. Estland hat hierfür an vielen Stellen Holzwege aufgebaut, sodass dies ohne Probleme möglich ist.


Narva
An unserem vorletzten Tag fuhren wir etwas weiter raus.
Zunächst machten wir einen kleinen Abstecher zu Estlands höchstem Wasserfall: dem Valaste.

Dann ging es weiter nach Narva, eine Stadt direkt an der Grenze zu Russland. Auf beiden Seiten befinden sich große Festungen.

Ansonsten ist Narva nicht sehr ansehnlich, und hauptsächlich von großen, grauen Ostblöcken dominiert.

Große Ausnahme sind das Rathaus und die Universität, die in knalligem rot hervorstechen.

Auf der Rückfahrt machten wir noch einen kurzen Abstecher zum großen See “Peipsi Järv”, mit dem sich Estland und Russland eine Grenze teilen. Dieser war überraschender Weise komplett zugefrohren.

Maarjamäe memoriaal
Am letzten Tag ging es wieder zurück nach Tallinn. Diesmal erwartete uns die Stadt in wärmeren Frühlingsfarben.

Wir besuchten einige Denkmäler am Strand. Die Brücke nach Helsinki aus Sowjetzeiten und ein Kriegsdenkmal für die Opfer aus dem 2. Weltkrieg. Letzteres bestand aus einem eindrucksvollen Gang aus schwarzem Stein, in den alle Namen der Opfer eingraviert wurden.

Außerdem besuchten wir einige Drehorte aus dem Film “Tenet” von Christopher Nolan.