Estland

Roadtrip ·
🇪🇪
10 Tage
Dauer

Tallinn

Zu unserer Ankunft Anfang März begrüßte uns ein verschneites Tallinn. Wir kannten die Stadt bereits aus vorherigen Urlauben im Sommer und Herbst, aber im Winter hat die Stadt nochmal einen ganz anderen Eindruck hinterlassen.

Verschneite mittelalterliche Gasse.
Wände aus Mauersteinen links und rechts,
welche mit geziegelten Bögen verbunden sind.
Am Ende der Gasse ist ein Tor.

Wir spazierten durch die Stadt und bewunderten die mittelalterlichen Gebäude und Kirchtürme.

Eine Schneebedeckte Straße durch die Altstadt. Schaufenster leuchten, und im Hintergrund stehte ein schmaler, hoher Kirchturm.

Der Russland-Ukraine Krieg dauerte schon 2 Jahre an, und an der russischen Botschaft fanden wir einige Protestschilder.

Die russische Botschaft ist ein blass-rosa farbenes Altstadthaus, am Balkon über der Tür schwenkt die russische Flagge. Vor der Botschaft wurden hüfthohe Zäune aufgestellt, an denen sich zahlreiche Plakate und Sticker mit Protestbotschaften befinden.

Paljassaare hoiuala

Tags darauf zog es uns an den Strand. Wir hatten noch nie einen Strand im Winter gesehen. Der Sand war von Schnee bedeckt, und teilweise hatten sich Eiszapfen gebildet.

Eingeschneiter und steiniger Strand. Am Horizont ist die Küste Tallinns zu sehen.

In Estland bringt es Glück, wenn man mindestens einmal pro Monat im Meer baden geht. Und auch im März bei Schnee und Eis haben wir badende Menschen gesehen, die mit Mütze und Handschuhen in die Ostsee gesprungen sind.

Zwei Frauen gehen im Badeanzug und mit Mütze und Handschuhen gekleidet in das eisige Wasser.

Krank

Dann bin ich krank geworden, vermutlich eine Magenverstimmung.

Krank, Tag 2

Das hat zwei Tage gedauert zu kurieren. Daher schreibe ich nun hier etwas über die Digitalisierung in Estland.

Estland ist Deutschland technologisch weit voraus. Am Supermarktparkplatz wird das Kennzeichen vom Auto gescannt und damit das Ticket automatisch abgebucht. Digitale Klassenbücher gibt es seit den 2000ern. Der einzige behördliche Vorgang, für den man noch das Haus verlassen muss, ist die standesamtliche Hochzeit – alles andere geht online. Der große Vorteil: Behörden können sich ihre Daten gegenseitig austauschen (mit Genehmigung natürlich). Eine Steuererklärung ist also nur noch ein Klick auf “Ja, ich stimme dem Datenaustausch zu”. Selbst die Wahlen finden online statt.

Der öffentliche Nahverkehr ist für die Bewohner Tallinns kostenfrei, als Tourist kauft man sich eine Chipkarte mit Guthaben um die Fahrten zu bezahlen.

Kadriorg Palast

Als es mir wieder besser ging, beschlossen wir eine VR-Vergnügungspark zu besuchen. In einer großen Halle gab es hier viele tolle Attraktionen im Steam-Punk Design. Und natürlich auch Stationen für die VR Brille.

Anschließend spazierten wir durch das moderne Tallinn und besuchten den Kadriorg Palast.

Einzeln stehenedes Schloss mit roter und gelber Fassed und grünem Dach.

Helsinki

Den nächsten Tag verbrachten wir zunächst auf der Fähre. 2 Stunden später befanden wir uns nicht mehr in Estland, sondern in Finnland.

Hier hatte ein Urururgroßvater mal eine gute Freundschaft zu einem berühmten finnischen Komponisten, und so besuchten wir dessen Denkmal.

Das Denkmal steht im Park. Links eine Skulptur aus metallenen Orgelpfeifen, die im Wind Töne erzeugen. Rechts der Kopf von Sibellius in Metall gegossen.

Wir schlenderten durch Helsinki und seine brutalistischen Gebäude. In Helsinki trifft immer wieder Modernes auf Altes.

Das innere eines runden Kirchengebäudes. Das Dach ist eine moderne Holz- und Glaskonstruktion. Die Wände bestehen aus natürlichem Felsen. In der mitte spielt jemand auf einem Flügel.

Vor allem ist die Stadt aber voll mit gigantischen Bauwerken. Hier sieht man zum Beispiel die Universitätsbibliothek.

Die Bibliothek steht auf einem großen Platz. Sieh selbst besteht aus einer verdrehten Holzfassade und einem Glasaufbau.

Gegen Ende mussten wir uns beeilen, um unsere Fähre noch zu bekommen. Mit den letzten Resten an Akku nahmen wir noch ein Foto vom Dom mit.

Der Dom steht auf einer Anhöhe und besteht aus drei Kuppeltürmen. Ringsum stützen fünf Säulen das Dach vorm Eingang.

Fahrt nach Kärde

Am nächsten Morgen namen wir Abschied von Tallinn und fuhren mit dem Mietauto nach Kärde. Das ist eine winzige Ortschaft mitten in Estland, von der aus wir die estnische Natur genießen wollten. Wir entschieden uns bewusst gegen die großen Nationalparks, da wir die bereits kannten.

Winterwanderung

Tags darauf setzten wir den Plan in die Tat um und wanderten durch das nahegelegene Moor. Estland hat hierfür an vielen Stellen Holzwege aufgebaut, sodass dies ohne Probleme möglich ist.

Ein Holzsteg führt durch Schilf auf einen vollständig eingefrorenen See.

Kleine grüne Nadelbäume wachsen auf einem roten, aber eingeschneitem und vereistem Moor.

Narva

An unserem vorletzten Tag fuhren wir etwas weiter raus.

Zunächst machten wir einen kleinen Abstecher zu Estlands höchstem Wasserfall: dem Valaste.

Ein Wasserfall stürzt an einer Felswand aus scheinbar lauter kleinen Würfeln in die tiefe. Ringsherum haben sich Eiszapfen gebildet.

Dann ging es weiter nach Narva, eine Stadt direkt an der Grenze zu Russland. Auf beiden Seiten befinden sich große Festungen.

Eine Brücke führt über einen Fluss, links und rechts vom Fluss steht jeweils eine Festung. Links ist Russland, rechts Estland.

Ansonsten ist Narva nicht sehr ansehnlich, und hauptsächlich von großen, grauen Ostblöcken dominiert.

Ein großes, graußes Betongebäude mit simpelster Fassade streckt sich in den Himmel. Auf dem Dach des Blocks steht ein gigantischer Betonwürfel mit einer Art Akkordeonstruktur, vermutlich ein Kunstwerk. Zwischen Block und Dach befinden sich zahlreiche Antennen.

Große Ausnahme sind das Rathaus und die Universität, die in knalligem rot hervorstechen.

Ein kleines, aber feines Rathaus, wie man es in einer Altstadt erwarten würde. Die Fassade ist rot mit 4 weißen Säulen, und in der Mitte des Daches befindet sich ein schwarzer Turm.

Auf der Rückfahrt machten wir noch einen kurzen Abstecher zum großen See “Peipsi Järv”, mit dem sich Estland und Russland eine Grenze teilen. Dieser war überraschender Weise komplett zugefrohren.

Lila Abenddämmerung über einem gigantischen, eingefrorenem See. Am Ufer des Sees befinden sich 4 große Schlitten.

Maarjamäe memoriaal

Am letzten Tag ging es wieder zurück nach Tallinn. Diesmal erwartete uns die Stadt in wärmeren Frühlingsfarben.

Ausblick von oben auf die Stadt Tallinn. Die Sonne scheint, und zahlreiche Türme von Stadtmauer und Kirchen sind zu sehen.

Wir besuchten einige Denkmäler am Strand. Die Brücke nach Helsinki aus Sowjetzeiten und ein Kriegsdenkmal für die Opfer aus dem 2. Weltkrieg. Letzteres bestand aus einem eindrucksvollen Gang aus schwarzem Stein, in den alle Namen der Opfer eingraviert wurden.

Ein dunkler Gang führt ans Meer. Links und rechts schwarze Wände mit zahlreichen eingravierten Namen.

Außerdem besuchten wir einige Drehorte aus dem Film “Tenet” von Christopher Nolan.